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TWIKE Tours earthwide

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RAVE - Einleitung E-mail
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RAVE - Einleitung
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Zielsetzung
Wissenschaftliche Positionierung
Globaler Rahmen
Forschungsmethoden
Resultate
Vorgehen und Aufbau
Persönliche Hintergründe
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Persönliche Hintergründe des Autors / Erkenntnisleitende Interessen 

Vögel, die ihre Kreise in die Luft drehen oder akrobatische Figuren in den Wind werfen, Delphine, die sich von der Dynamik des Wassers am Schiffsbug oder in der Brandung tragen lassen, verspielt, elegant, geschickt und selbstverständlich die Kraft der Elemente nutzend. Auch Massenverschiebungen, wie rollende Steine oder donnernde Lawinen, Flussläufe, Wasserfälle, starke Winde und rauhe See oder chemische Phänomene wie das Feuer, faszinieren uns, können uns für Stunden bannen, schauend dazusitzen, zu bewundern. 

Wir versuchen immer wieder von neuem, diese Naturkräfte, die uns in ihrem Phänomen derart faszinieren, auf uns selbst wirken zu lassen oder sie technisch zu nutzen. Auf allen möglichen Brettern gleiten wir Winter für Winter über verschneite Hänge, lassen uns von der Schwerkraft gegen den Erdmittelpunkt reissen und geniessen es, den freien Fall ins Tal mit Kurven und Sprüngen zu kontrollieren, die Grenzen herauszufühlen zwischen Beherrschung von Material und beherrscht sein von der Geschwindigkeit, überwältigt werden von der Schwerkraft. Flügel, die immer leichter werden, tragen uns im Sommer durch die Lüfte. Die Alpen lassen sich überqueren, angetrieben von der sonnengewärmten Luft, die durch die Atmosphäre aufsteigt und sich auffinden lässt, zum Aufstieg nutzen lässt, den Auftrieb spendet für die nächste Talquerung oder nur dafür, für Stunden über dem Startplatz zu kreisen, zu spielen. Wir reiten auf den Wellen und fliegen regelrecht auf Surfbretter über Seen und Meere, in beeindruckenden Geschwindigkeiten und doch nur auf dem Brett stehend, das Segel haltend. Der Wind, die Wellen, Erdanziehungskraft und Thermik bilden dabei Multiplikatoren, die unsere Möglichkeiten der Bewegung in der Fortbewegung beschleunigen, vervielfachen. 

Es liegen Suchtpotentiale in den genannten Fortbewegungsarten, Suchtpotentiale darin, die körperlich beschränkten Möglichkeiten durch die Nutzung zusätzlicher Kraft- und Energiequellen zu vergrössern. Tun wir das in unserer Freizeit, des Lustgewinns wegen, tendieren wir dazu, die Kräfte direkt und ungefiltert zu nutzen. Die Unberechenbarkeit der rohen Elemente, beziehungsweise deren Kennenlernen und die möglichst grosse Beherrschung der Kräfte, ist Teil der Faszination. Wenn wir eine entsprechende Verstärkung unserer selbst im Alltag brauchen, sei es, weil wir in kurzer Zeit eine grosse Strecke zurücklegen oder Waren von einem Ort an den nächsten transportieren müssen, bedienen wir uns vorwiegend sekundärer Energien, solchen die gezähmt wurden und verpackt, dosierbar und leicht zu verwenden sind. 

Der Vorgang der Kontrolle, der Beherrschung oder der Zähmung der Primärenergie ist aus diesem Grund längst technisiert und kommerzialisiert worden. Turbinen wandeln die potentielle Energie des Wassers und die kinetische des Windes in Elektrizität um, Sonnenenergie die in Biomasse gespeichert ist, wird in Form von Fossilien wie Kohle und Öl aus den Tiefen der Erde gepumpt und gebaggert oder in purer Form zur Erwärmung von Räumen und Brauchwasser eingespannt. Zivilisationsabfälle werden vergärt, sodass die eingelagerte Energie in Form von Biogas weiterverwendet werden kann.
Wenn wir uns auf den Transport von Menschen und kleinen Gütern auf der Strasse konzentrieren, wird die Nutzung von aktuellen Kräften, wie der gegenwärtige Sonnenschein, die Bewegung der Luft und das Fliessen des Wassers als Energiequellen vernachlässigbar klein. Vielmehr verwenden wir fast ausschliesslich die in Biomasse gespeicherte und über Jahrmillionen verdichtete Energie von Erdöl und damit verwandten Produkten. 

Seit bald dreissig Jahren ist das Wissen vorhanden, dass die Verbrennung der genannten Fossilien einerseits Probleme für den Menschen und seine sogenannte Umwelt mit sich bringt, anderseits ein absehbares und datierbares Ende hat. Fossilien regenerieren sich in Zeitspannen, die für das menschliche Verständnis schlicht zu gross und nicht erfassbar sind. Trotz dieses Wissens haben über Jahrzehnte keine Anzeichen dafür bestanden, dass die Nutzung fossiler Energieträger vermindert oder substituiert würde. 

Mit der Diskussion um das Waldsterben rückte Mitte der Achtziger Jahre das Wissen um die negativen Auswirkungen der Verbrennung von Fossilien in das Bewusstsein einer breiten Bevölkerungsschicht. Insbesondere in der gebirgigen Schweiz, wo der Wald für viele Siedlungen eine Schutzfunktion ausübt, die er aber immer wieder nicht befriedigend erfüllen kann, wurde der Handlungsdruck stärker. Es war die Politik, die darauf reagierte und die Industrie dazu zwang, mit technischen Lösungen den Ausstoss von Luftschadstoffen zu reduzieren. Die Massnahmen betrafen Hausfeuerung, Produktion und den Verkehr. Im letzten Bereich wurde ein Katalysatorobligatorium durchgesetzt, das sich positiv auf den Ausstoss (bzw. dessen Reduktion) einer Reihe von Schadstoffen auswirkte. 

Zu dieser Zeit hing der Autor sehr oft in den Lüften, mit dem eben entdeckten Gleitschirm seine Kreise ziehend. Für ihn brachte die allgemeine Schwächung des Waldes seine durchaus positiven Seiten mit sich: Ein gesunder Wald absorbiert eine grössere Menge Sonnenenergie als ein kranker, der sie nicht photosynthetisch umwandeln kann und sie deshalb zurück strahlt, also thermische Aufwinde produziert. Die wegen ihrer Lage stark betroffenen bewaldeten Gebiete um Flims konnten als Aufwindquellen genutzt werden, umsomehr als sie teilweise durch gutbesonnte Felswände abgeschlossen wurden. Der Autor nahm diese Tatsache mit gemischten Gefühlen auf, spürte er doch auf der einen Seite die Faszination des Spiels mit den Elementen und war durch seine wachsende Routine und die laufende Entwicklung des Materials immer öfter dazu bemächtigt, den Gleitschirm als Verkehrsmittel einzusetzen. Auf der anderen Seite waren die Missstände, welche die günstigen Flugverhältnisse erzeugten, zutiefst besorgniserregend. Es stellte sich die Frage, weshalb sich diese Faszination lautloser Fortbewegung nicht auf den Alltag anwenden liess.

Vielleicht war es die Diskussion um das Waldsterben, vielleicht andere Dinge, die von Seiten der Ingenieure und der Autoindustrie Abbildungen und technische Beschriebe von ‚Ökomobilen‘ in die Presse brachte. Prototypen wurden herumgeboten, die unglaublich leicht, schön und sicher waren, sich mit Sonnenkraft oder purem Wasser fortbewegten. Allsömmerlich krochen die Solarmobile der Tour de Sol durch die Schweiz, erklommen Alpenpässe und Titelseiten der Tagespresse. Weiter als auf das geduldige Papier im Sommerloch gelangte die Zukunftskarawane jedoch nicht. 
Der Autor hat sich in der Zwischenzeit über längere Zeit im Herzen der USA aufgehalten, in den Steppen von Wyoming. Diese am Fuss der Rocky Mountains gelegenen Hügelzüge bilden eines der reichsten und saubersten (da schwefelärmsten) Abbaugebiete für Kohle. Gleichzeitig verfügen sie über kontinentales und daher sehr sonniges Klima. Wyoming ist auch dafür bekannt, dass es 365 Tage im Jahr windet, regelmässig und kräftig. Es war ein prägendes Erlebnis, mit diesen Gegensätzen zu leben. Gegensätze deshalb, weil die Kohle rege abgebaut und in Kohlekraftwerken verstromt wird, dafür aber Wind und Sonne ungenutzt über das Land strömen.

In den Neunziger Jahren wurde Tour de Sol eingestellt, weil die Fahrzeuge nicht über das Prototypenstadium heraus entwickelt werden konnten und sich keine Serienproduktion finanzieren liess. Im Umweltschutz war der Wald inzwischen gestorben und das Ozon kam auf. Nach dem Loch in der Stratosphäre, das durch FCKW und andere Stoffe entsteht, wurde das Ozon in der Troposphäre aktuell, das wir als Sommersmog oder L.A. Smog bezeichnen. Es reizt Augen und Schleimhäute von Nichtautomobilisten, derweil wer in einem Auto sitzt, zumeist veredelte Luft atmet, die einen Ozonfilter passiert hat. Dieses troposphärische Ozon begleitete den Autoren in ziemlich aufdringlicher Art und Weise auf einer Alpentour per Fahrrad von Bern nach Wien im heissen Sommer 1995. Die Grenzwerte waren während der ganzen Reisezeit überschritten, die Augen quollen über. Als sekundärer Schadstoff ist Ozon nicht unmittelbar an der Emissionsquelle (Auspuff) sondern weiter davon entfernt zu suchen, weil es durch eine Reaktion von NOX mit Sonnenlicht aufgebaut wird. Damit standen die Werte in den Alpentälern jenen in den Städten keineswegs zurück. 

Es war diese Reise, die mich zur Aktion ‚Roll against Ozone‘ motivierte, die ich zusammen mit meinem Studienkollegen Marc Eyer durchgeführt habe. Die Aktion bestand darin, mit einem aufsehenerregenden Lauf auf Inline-Skates (Trendökomobil) eine Medienplattform zu erstellen, die von anderen lautlosen, effizienten und abgasfreien Fahrzeugen genutzt werden konnte. Die Aktion wurde von Medien, Politik und Bevölkerung bestens aufgenommen und war diesbezüglich ein voller Erfolg. Wo wir grössere Schwierigkeiten antrafen, war bei der Mobilisierung anderer lautloser, effizienter und abgasfreier Fahrzeuge. Viele der von uns angesprochenen Produzenten muteten ihren Produkten die Tour de Force von Oslo bis nach Rom nicht zu. Bei genauerem Hinsehen entpuppten sich einige der Fahrzeuge als nicht fahrbare Modelle oder als nur mässig verkehrstaugliche Einzelanfertigungen. Eine Palette von Fahrzeugen, die das Bild der Strassen im nächsten Jahrhundert prägen, wie wir es in unseren Unterlagen mutig beschrieben hatten, brachten wir jedenfalls nicht auf die Strasse. Und doch haben wir ein Fahrzeug kennengelernt, das uns von Basel bis nach Rom begleitete, welches seinen Platz im Verkehrsgeschehen einnimmt. Es war das TWIKE, welches sich nicht nur als zuverlässig und leistungsfähig erwies, sondern auch von seiner Optik her sehr gut aufgenommen wurde. Zudem ist es das sparsamste aller auf dem Markt erhältlichen Fahrzeuge und derzeit das einzige geschlossene Fahrzeug in Produktion, welches die Anforderungen an ein Leichtelektromobil erfüllt, wie sie von den Forschenden im Umfeld der Tour de Sol festgehalten worden sind. 

Die Erfahrungen, die ich bei Roll against Ozone mit dem TWIKE gemacht habe, erlaubten mir, weiterhin für die Firma TWIKE AG zu arbeiten. In der Ausstellungssaison 1997 war ich Projektleiter für die öffentlichen Präsentationen des Fahrzeugs und arbeitete mit bei der Produktion neuer Drucksachen. Ab Herbst 1997 habe ich das Projekt TWIKE Bern geleitet, dessen Inhalt der Aufbau eines TWIKE Kompetenzzentrums in Bern sowie die Mitarbeit an Marketingkonzepten und der Festigung des gesamtschweizerischen Vertriebs war. Im Bereich Marketing, in dem ich bis 1999 für die TWIKE AG und anschliessend für die SwissLEM AG tätig war,  war für mich eine Produkterweiterung wichtig, abzielend auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept, das über das Fortbewegungsmittel hinaus dessen Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln anstrebt, das die flächendeckende und nachhaltige Energieversorgung der Fahrzeuge vorantreibt und die Integration der Frage um die Energieherkunft einschliesst. Die letzten zwei Punkte werden für die vorliegende Arbeit von besonderer Bedeutung sein, weil RAVE eine mögliche Lösung dafür bieten kann. 

Auf diesem Hintergrund ist das Modell eines Verkehrssystems gewachsen, das eine regional autarke Energieversorgung aus regenerierbaren Quellen proklamiert. Denn erst wenn dies der Fall ist, kann wirklich von einer Nachhaltigkeit in einem Mobilitätssystem gesprochen werden. 

Sensibilisiert auf die Grenzen der Belastbarkeit des irdischen Ökosystems durch das Studium der Geografie, wird hiermit ein Verkehrs- und Energiesystem entworfen, das versucht, den Gesetzen der Nachhaltigkeit Folge zu leisten. Zwischen den Thematiken des Geografiestudiums und meinen Erfahrungen mit Fahrzeugen wird ein Verkehrs- und Energiesystem skizziert, das mit dem Einsatz von Technologien mit grosser Energieeffizienz und der Gewinnung von Energie aus regenerierbaren Quellen einen geschlossenen regionalen Kreislauf anstrebt. Durch die Koppelung von Verkehr und Energie werden die Zusammenhänge transparent dargestellt. 

Die skizzierten Anwendungsbeispiele bewegen sich zwischen dem Einpersonenhaushalt und dem Grossbetrieb mit einer Vielzahl von Fahrzeugen. Das System lässt sich auf kommunale, kantonale oder gar kontinentale Massstäbe ausweiten.
Die Grundlage der Arbeit beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahre. Dabei werden zwei Forschungsrichtungen betrachtet, die sich gegenseitig unterstützen. Auf der einen Seite befasse ich mich mit der Anwendung von technischen Lösungen, die eine Steigerung der Ressourceneffizienz um über hundert Prozent mit sich bringen. Auf der anderen Seite werde ich beeinflusst von den Papieren des Club of Rome, welche die Grenzen des Wachstums aufzeigen und ich zitiere das Intergovermental Panel of Climate Change, das vor den Folgen eines Klimawandels warnt. Ich zitiere Resultate des Umweltgipfels von 1992 in Rio, der uns verschiedene Aufgaben für das kommende 21. Jahrhundert stellt. Das Resultat der Arbeit soll nebst seinem wissenschaftlichen Inhalt auch ein Handlungsinstrument für BenützerInnen und AnbieterInnen von energieeffizienten Technologien bieten.



 
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